Grün, aber nicht links
Fünf Jahre nach der Gründung haben sich die Grünliberalen als bürgerlich-ökologische Partei etabliert.
Fast aus dem Nichts gewann die Partei im Frühling 2007 10 Sitze im 180-köpfigen Zürcher Kantonsrat und erreichte einen Wähleranteil von knapp 6 Prozent, obwohl die Partei im Kanton sehr ungleich vertreten war. Jeder achte Stimmberechtigte im Bezirk Uster wählte eine Partei, die programmatisch noch nicht viel mehr zu bieten hatte als das Bekenntnis zu einer nachhaltigen Umweltpolitik, die Absage an linke Positionen in der Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik und das Versprechen, sachorientiert zu politisieren.
Damit trafen die Grünliberalen aber ganz offensichtlich den Nerv einer jüngeren, gut gebildeten, urbanen Wählerschaft, die der forcierten Polarisierung zwischen den Grossparteien zur Linken und zur Rechten überdrüssig war. Das Etikett «grün, aber nicht links» hatte Zugkraft bewiesen. Die ursprünglich gehegte Vorstellung, Mitte-Anliegen mit der EVP und der CVP sowie fallweise weiteren Kräften durchzubringen, hat sich in Einzelfällen umsetzen lassen, aber eine vermarktbare «neue Mitte» ist im Zürcher Parlament nicht entstanden.
Hingegen hat die Partei ein anderes Ziel mit Beharrlichkeit verfolgt: die Stärkung der Basis. Als im Sommer 2007 die nationale GLP gegründet wurde, umfasste sie die Sektionen Zürich und St. Gallen. Heute gibt es 12 Kantonalparteien. Langsam, aber stetig ist die Partei gewachsen. Typische Wachstumsprobleme wie der gleichermassen schwierige Zuzug oder Wegzug von Frustrierten haben nicht zu Schlagzeilen geführt.
(Quelle NZZ)